Rotfärbung von Plastik im Geschirrspüler

Manchmal passiert es, dass Plastikteile, etwa Dosen oder Kindergeschirr, im Geschirrspüler durch den Waschvorgang rot eingefärbt werden. Dabei muss noch nicht einmal anderes rotes Geschirr vorhanden sein. Hierbei geht es nicht um einen Effekt wie beim Wäschewaschen. Schuld daran sind Lebensmittelfarbstoffe, die mit den Kunststoffen in den Geschirrteilen reagieren. Chemisch gesehen geht es hier um lange, unpolare Kohlenwasserstoffketten, die unter der Hitze beim Waschvorgang Reaktionen mit den ebenso unpolaren Stoffen im Plastik eingehen. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um rotgefärbte Lebensmittel drehen. Oftmals treten solche Effekte aber dann auf, wenn halt entsprechende Essensreste von Tomatencreme usw. in den Geschirrspüler gelangen. Unter Umständen können auch bestimmte Reinigungsmittel (Tabs) oder Klarspüler (mit Weichmachern) diese Effekte erzeugen oder begünstigen. Die Kombination aus den Weichmachern und den alkalischen Substanzen der Reinigungsmittel verursachen derartige Verfärbungen. Schwieriger als diese Verfärbung des Geschirrs zu erzeugen, ist es, diese wieder zu entfernen. Manchmal reicht allerdings schon, das Geschirr bei weiteren Waschgängen (ohne Lebensmittelfarbe) sozusagen wieder auszuwaschen. Ebenfalls kann das Plastik in die pralle Sonne gelegt werden, da dies meist, wie auch bei anderen Gegenständen, zum Ausbleichen führt. Gegebenenfalls sind auch Reinigungsaktionen mit Scheuermilch oder Soda bzw. Backpulver (einweichen lassen) erfolgreich. Sowohl in der Sonne als auch bei derartigen Reinigungsprozessen besteht immer die Gefahr, dass das Plastikgeschirr beschädigt wird. Daher ist Vorsicht angezeigt. Denn, wenn auch das verfärbte Geschirr nicht mehr schön ist, so erfüllt es zumindest noch seinen Zweck. Und normalerweise werden die eingebrannten Verfärbungen beim üblichen Kontakt mit kalten Nahrungsmitteln nicht übertragen. Das Geschirr ist also sauber. Wird es dagegen in der Sonne vergessen, kann es schon mal derart deformiert werden, das es nicht mehr funktionsfähig ist (etwa undicht wird).

Diese Beobachtungen geben natürlich Rückschlüsse auf den künftigen Umgang mit der Geschirrspülmaschine. Plastikgeschirr sollte nur mit Bedacht zusammen mit anderem Geschirr, das etwa einen hohen Verschmutzungsgrad zeigt, in die Spülmaschine gestellt werden. Dies gilt, so zeigen die einschlägigen Erfahrungen, sowohl für billiges als auch für teures Plastik. Hier zeigt sich, dass sich der Reinigungsvorgang in der Spülmaschine chemisch gesehen grundlegend von der Handwäsche unterscheidet. Geschirrspüler neigen dazu, Verschmutzungen in das Geschirr einzubrennen.

Kai J. Weber
autoren@geschirrspueler.eu

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