
Die Geldanlage mit Fonds wird in Deutschland immer beliebter. So hatten im Jahr 2006 laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) rund 15,6 Millionen Bundesbürger Fonds in ihren Depots. Soweit ist das ganze noch einfach und nachvollziehbar. Interessanter wird es bei den Vertriebskanälen, über die die Anleger ihre Fondsanteile beziehen. Laut derselben Studie kaufen 75 Prozent der Anleger ihre Fonds über die Hausbank oder ihre Sparkasse. Nur jeweils rund 10 Prozent nutzen den Direktbezug über die Fondsgesellschaft oder ein Depot bei einer Direktbank bzw. einem Broker.
Diese Zahlen machen deutlich, wie viel Geld die Deutschen verschwenden, wenn sie Fonds kaufen. Beim Erwerb von Fondsanteilen über die Hausbank bzw. Sparkasse leitet diese den Kaufauftrag in der Regel an die jeweilige Fondsgesellschaft weiter. Dem Kunden werden dafür keine wie beim Aktienkauf üblichen Ordergebühren in Rechnung gestellt, wohl aber der Ausgabeaufschlag des jeweiligen Fonds. Direktbanken und Onlinebroker ermöglichen es dem Anleger Kosten zu sparen, wenn er Fonds kaufen will. Sie geben zum einen teilweise beträchtliche Rabatte auf den Ausgabeaufschlag bzw. verzichten gänzlich darauf und ermöglichen es ihm zum anderen über sein Depot die gewünschten Fonds direkt an der Börse zu kaufen. Beim Kauf von Fonds über die Börse fallen keine Ausgabeaufschläge an. Dafür besteht ein so genannter Spread – also Kursunterschied – zwischen Ankaufs- und Verkaufkurs und es werden Ordergebühren wie beim Aktienhandel erhoben.
Wie viel Geld sich beim Kauf von Fonds über die Börse sparen lässt, zeigt ein einfaches Beispiel. Ein Anleger will für 5.000 Euro Fondsanteile eines Aktienfonds kaufen, der von der Fondsgesellschaft mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag offeriert wird. Bei seiner Hausbank und ohne Rabatte wie beim Onlinebroker zahlt er 5 Prozent von 5.000 Euro, also 250 Euro Ausgabeaufschlag. Ein direkter Kauf über die Börse würde hingegen je nach Broker nur Ordergebühren in Höhe von 10 bis 20 Euro verursachen. Dazu kommt dann noch der Spread, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der in der Regel bei etwa 1 Prozent liegt. In Summe zahlt er also etwa 60 bis 80 Euro beim Kauf des Fonds über die Börse und spart somit fast bis zu 200 Euro Gebühren ein.
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